Facharztpraxis · Istanbul

All-on-4

Festsitzender Zahnersatz für einen ganzen Kiefer auf vier Implantaten — für ausgewählte Patienten ohne eigene Zähne im betroffenen Kiefer.

Aykut Gürel

Was ist All-on-4?

All-on-4 ist ein Behandlungskonzept, bei dem der festsitzende Zahnersatz eines zahnlosen Kiefers von vier Implantaten getragen wird. Die vier Implantate ersetzen nicht vier Zähne, sondern stützen eine Brücke, die den gesamten Zahnbogen trägt. Die Zahl bezieht sich auf einen Kiefer; zwei Kiefer werden getrennt geplant.

Die vorderen Implantate stehen meist aufrechter, die hinteren werden — wo die Anatomie es zulässt — geneigt gesetzt. Ziel ist, den vorhandenen Knochen zu nutzen und die Abstützung zu verteilen. Implantatpositionen und Zahnzahl der Brücke sind nicht bei jedem Patienten gleich.

Kurze Animation · 26 Sek.
All-on-4 und All-on-6
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GANZER KIEFER
  1. Vier Implantate — Die vorderen Implantate stehen meist aufrechter, die hinteren werden, wo die Anatomie es zulässt, geneigt gesetzt.
  2. Sechs Implantate — Der Grundunterschied ist die Zahl der Pfeiler; die geeignete Zahl richtet sich nach Knochen, Kieferform und prothetischer Planung.
  3. Festsitzende Brücke — Eine Brücke für den gesamten Zahnbogen wird auf den Implantaten befestigt; der Patient nimmt sie nicht täglich heraus.
Gut zu wissen
  • Erhaltungsfähige eigene Zähne werden nicht allein für diese Behandlung entfernt.
  • All-on-4 ist nicht in jedem Fall ohne Knochenaufbau möglich.
  • Die Reinigung unter der Brücke und um die Implantate ist täglich erforderlich.
Schematische Darstellung; sie zeigt weder den realen Maßstab noch ein bestimmtes Produkt oder ein individuelles Ergebnis.
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Unterschied zwischen All-on-4 und All-on-6

Der Grundunterschied ist die Zahl der Pfeiler: vier gegenüber sechs Implantaten. Die Entscheidung lässt sich aber weder auf eine Zahl noch auf den Preis reduzieren. Knochenvolumen und -verteilung, Kieferform, Gegenkiefer, prothetisches Design und Kaubelastung sind maßgeblich.

Sechs Implantate sind nicht bei jedem Patienten besser, und vier sind nicht automatisch günstiger oder ohne Knochenaufbau möglich. Die geeignete Zahl und Position ergibt sich aus chirurgischer und prothetischer Planung gemeinsam.

Welche Alternativen gibt es?

Besprochen werden können festsitzender Zahnersatz auf einer anderen Implantatzahl, implantatgetragener herausnehmbarer Zahnersatz und die konventionelle Vollprothese. Herausnehmbarer Zahnersatz wird vom Patienten zum Reinigen entnommen; bei festsitzendem Zahnersatz braucht es besondere Hilfsmittel, um die Flächen darunter zu erreichen.

Manuelle Geschicklichkeit, Erwartungen sowie Knochen- und Weichgewebsangebot beeinflussen die Wahl. Festsitzender Zahnersatz ist nicht für jeden die einzig richtige Lösung. Die allgemeine Übersicht finden Sie unter Zahnimplantat.

Die folgende Tabelle zeigt Unterschiede, keine Rangfolge. Welche Versorgung passt, hängt von Knochenangebot, Allgemeinzustand, Reinigungsfähigkeit und Ihren Erwartungen ab.

KriteriumVollprotheseAll-on-4
HaltLiegt der Schleimhaut aufWird von vier Implantaten getragen
EntnahmeWird täglich vom Patienten entnommenWird vom Patienten nicht entnommen; bei Bedarf vom Behandler gelöst
GaumenplatteIm Oberkiefer in der Regel vorhandenIn der Regel nicht erforderlich
ReinigungAußerhalb des MundesTäglich unter der Brücke, mit besonderen Hilfsmitteln
Chirurgischer EingriffNeinJa, mit den entsprechenden Risiken
NachsorgeUnterfütterung und AnpassungKontrolle von Implantaten und Verschraubung, Reparaturen an der Versorgung
VoraussetzungAuch bei geringem Knochenangebot möglichAusreichender Knochen an vier geeigneten Positionen

Sind feste Zähne am OP-Tag möglich?

Bei geeigneten Patienten kann in der frühen Phase nach dem Eingriff eine festsitzende provisorische Brücke eingesetzt werden. Dafür werden Primärstabilität der Implantate, Verteilung der Abstützung und prothetische Voraussetzungen gemeinsam beurteilt. Sind die Bedingungen nicht erfüllt, wird die Belastung verschoben und die provisorische Versorgung neu geplant.

„Feste Zähne an einem Tag" heißt nicht, dass die definitive Versorgung fertig oder die Einheilung abgeschlossen wäre. Die Regeln für Ernährung und Gebrauch des Provisoriums werden Ihnen individuell erklärt.

Ist ein Knochenaufbau nötig?

Die geneigte Positionierung kann bei manchen Patienten den vorhandenen Knochen besser nutzen und einen Aufbau vermeiden. All-on-4 ist nicht in jedem Fall ein Verfahren ohne Knochenaufbau. Zusätzliche Knochen- oder Weichgewebsmaßnahmen, eine andere Implantatzahl oder ein anderer prothetischer Plan können erforderlich sein.

Bei fortgeschrittenem Knochenabbau im Oberkiefer erfordern Optionen wie das Zygoma-Implantat eine fachärztliche Beurteilung; sie sind nicht derselbe Eingriff wie All-on-4.

Ablauf der Behandlung

1. Untersuchung und prothetische Planung

Erhaltungsfähigkeit vorhandener Zähne, Knochen, Zahnfleisch, Bisslage und Allgemeingesundheit werden beurteilt, die erforderliche Bildgebung ausgewählt. Aussehen der Versorgung, Lippenunterstützung und Reinigungszugang gehören in die Planung. Bringen Sie frühere Aufnahmen, Ihre Medikamentenliste und einen gegebenenfalls getragenen Zahnersatz mit.

2. Vorbereitung und Eingriff

Erforderliche Extraktionen und Zusatzmaßnahmen werden geplant. Das Anästhesieverfahren richtet sich nach dem Umfang. Die Implantate werden gesetzt und ihre Primärstabilität beurteilt. Geführte Chirurgie kann in geeigneten Fällen unterstützen; sie bedeutet nicht automatisch ein Vorgehen ohne Aufklappung.

3. Provisorium und Einheilung

Sind die Voraussetzungen für eine frühe festsitzende Versorgung erfüllt, wird ein Provisorium angefertigt. Andernfalls werden Wartezeit und provisorische Optionen erklärt. Während der Einheilung gelten die gegebenen Ernährungs- und Reinigungsanweisungen; bei den Kontrollen werden Gewebe und Versorgung beurteilt.

4. Definitive Versorgung

Nach der Einheilung entsteht die definitive Brücke über Abformungen und Einproben. Material, Zahnaufstellung, Sprache, Bisslage und Reinigungszugang werden geprüft. Die Gesamtdauer hängt von Zusatzmaßnahmen und Heilung ab; ein fester Endtermin wird nicht pauschal zugesagt.

Risiken und Langzeitpflege

Ausbleibende Einheilung, Infektion, Entzündung des umgebenden Gewebes und Knochenabbau können auftreten. Auch Verschleiß oder Bruch der Versorgung, Lockerung der Verbindungsschrauben und Reparaturbedarf sind möglich. Der Verlust eines Implantats kann eine Neubewertung des gesamten prothetischen Plans erfordern.

Die Reinigung unter der Brücke und um die Implantate herum ist täglich erforderlich. Geeignete Bürsten und Interdentalhilfen werden gezeigt; das Kontrollintervall richtet sich nach dem individuellen Risiko. Bei Blutung, schlechtem Geschmack, zunehmenden Schmerzen oder Bewegung der Versorgung bitte zur Kontrolle kommen. Versuchen Sie nicht, die Versorgung selbst zu lösen oder lockere Teile nachzuziehen.

Was die Studienlage berichtet

Gruppendaten mit den Einschränkungen, die die Autoren selbst benennen — kein individuelles Ergebnis.

Der durchgängige Befund der Arbeiten unten: Die Implantate bleiben meist in situ, während die Versorgung Wartung braucht — und Verluste in der Nachbeobachtung lassen die Prozentzahlen günstiger erscheinen, als eine einzelne Person annehmen sollte.

  • Maló und Kollegen (2019) begleiteten 471 Patienten mit 1.884 Implantaten im Unterkiefer über 10 bis 18 Jahre. Die kumulative Implantatüberlebensrate lag bei 93 %, die Erfolgsrate bei 91,7 %, das prothetische Überleben bei 98,8 %. In derselben Arbeit betrug die Inzidenz biologischer Komplikationen 11,8 % auf Implantatebene und mechanischer Komplikationen 36,7 %; 149 Patienten (31,6 %) gingen der Nachbeobachtung verloren. Es handelt sich um eine retrospektive Fallserie aus einer einzigen Klinik und um den Unterkiefer — auf den Oberkiefer lässt sich das nicht übertragen.
  • Maló und Kollegen (2012) berichteten den Oberkiefer gesondert: 242 Patienten, 968 sofortbelastete Implantate, Fünf-Jahres-Überleben geschätzt auf 93 % auf Patienten- und 98 % auf Implantatebene, mittleres marginales Knochenniveau 1,52 mm nach drei und 1,95 mm nach fünf Jahren.
  • Soto-Peñaloza und Kollegen (2017) werteten 24 Studien aus und berichteten eine Überlebensrate von 99,8 % jenseits von 24 Monaten — halten in derselben Schlussfolgerung aber fest, dass die Evidenz durch mangelhafte methodische Berichterstattung, unzureichende Nachbeobachtung und Stichprobenverluste begrenzt ist; eine Fallzahlberechnung wurde nur von einer einzigen Studie berichtet. Die Zahl gehört zusammen mit dieser Einschränkung gelesen.

Behandlung in Istanbul für DACH-Patienten

Die Behandlung wird in Etappen geplant: Eingriff mit provisorischer Versorgung, Einheilungsphase, danach die definitive Brücke. Wie lang die einzelnen Aufenthalte ausfallen und ob ein Kiefer oder beide versorgt werden, ergibt sich aus Befund und Planung und wird nicht vorab als feste Tageszahl zugesagt. Klären Sie vor der Buchung auch, wer die Kontrollen nach Ihrer Rückreise übernimmt und wie mit Reparaturen an der Versorgung verfahren wird.

Sie besprechen Ihre Anfrage und Ihren Termin direkt mit Dr. Gürel über seine persönliche WhatsApp-Nummer. Er behandelt Patienten aus dem Ausland bei Dentopol Ümraniye: Montag, Mittwoch und Samstag, 09:00–18:00 Uhr (Istanbul). Transfer und Unterkunft können organisiert werden; Verfügbarkeit, Ablauf und Kosten stimmen Sie vor der Reise schriftlich mit Dr. Gürel ab.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich die festsitzende Versorgung nachts herausnehmen? Nein, sie wird vom Patienten nicht täglich entnommen. Bei Bedarf löst sie der Behandler. Implantatgetragener herausnehmbarer Zahnersatz ist eine andere Option mit anderer Handhabung und Pflege.

Kann ich mit dem Provisorium alles essen? Nein. In der frühen Phase gelten Ernährungsregeln, die Versorgung und einheilende Implantate schützen. Wann Sie zu welchen Speisen übergehen, legt Ihr Behandlungsteam fest. Auch bei der definitiven Brücke können Überlastung und das Beißen auf harte Gegenstände Schäden verursachen.

Ist die Behandlung schmerzhaft? Der Schmerz während des Eingriffs wird durch die Anästhesie kontrolliert. Danach sind Schmerzen, Hämatome und Schwellung möglich; das Ausmaß hängt vom Umfang des Eingriffs ab. Stärkere oder zunehmende Beschwerden gehören kontrolliert.

Was deckt der Preis für All-on-4 ab? Ein oder beide Kiefer, Extraktionen, Implantate und Aufbauten, das Material der provisorischen und definitiven Versorgung, Anästhesie und Zusatzmaßnahmen wirken sich aus. Klären Sie, welche Phasen im Angebot enthalten sind und welche Bedingungen für Kontrolle und Reparatur gelten. Aktuelle Kostenfaktoren behandelt der Ratgeber All-on-4 Kosten 2026.

Wissenschaftliche Quellen

  • Maló P, de Araújo Nobre M, Lopes A, Ferro A, Botto J. The All-on-4 treatment concept for the rehabilitation of the completely edentulous mandible: A longitudinal study with 10 to 18 years of follow-up. *Clinical Implant Dentistry and Related Research*. 2019;21(4):565-577. PMID 30924309. DOI
  • Maló P, de Araújo Nobre M, Lopes A, Francischone C, Rigolizzo M. "All-on-4" immediate-function concept for completely edentulous maxillae: a clinical report on the medium (3 years) and long-term (5 years) outcomes. *Clinical Implant Dentistry and Related Research*. 2012;14(Suppl 1):e139-e150. PMID 22008153. DOI
  • Soto-Peñaloza D, Zaragozí-Alonso R, Peñarrocha-Diago M, Peñarrocha-Diago M. The all-on-four treatment concept: Systematic review. *Journal of Clinical and Experimental Dentistry*. 2017;9(3):e474-e488. PMID 28298995. DOI
  • Moraschini V, Poubel LA, Ferreira VF, Barboza ESP. Evaluation of survival and success rates of dental implants reported in longitudinal studies with a follow-up period of at least 10 years: a systematic review. *International Journal of Oral and Maxillofacial Surgery*. 2015;44(3):377-388. PMID 25467739. DOI

Für wen ist diese Behandlung geeignet?

Knochen und Anatomie: Für vier Implantate in geeigneten Positionen muss ausreichend Abstützung vorhanden sein.

Allgemeingesundheit: Medikamente, Diabeteseinstellung, Rauchen und Vorbehandlungen beeinflussen die chirurgische Planung.

Prothetik und Pflege: Bisslage, Kieferrelation, Lippenunterstützung, Reinigungsfähigkeit und die Bereitschaft zu regelmäßigen Kontrollen gehören zusammen betrachtet.